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Öl

Aus SimsonTechnikWiki
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Man unterscheidet für das Fahrzeug in drei verschiedene Ölgruppen: Getriebeöl, Motorenöl und Telegabelöl.

Motorenöl

Das richtige Motorenöl (auch Zweitaktöl genannt) ist entscheidend für die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit des Motors. Während Serienmotoren relativ unempfindlich gegenüber der Ölsorte sind, sollte man bei Tuning- und Rennmotoren nur ausgewählte und bewährte Öle fahren. Hier haben sich ganz klar Motul800 und Addinol PolePosition High-Speed 2T herauskristallisiert. Beides sind vollsynthetische Öle auf Esterbasis, ohne Vormischkomponente und mit hohem Flammpunkt.

Mineralisch, teil- und vollsynthetisch

Öle kann man in diese 3 Gruppen einteilen, auch im Handel werden diese 3 verschiedenen Sorten angeboten. Prinzipiell kann man die Gruppen auf mineralisch und synthetisch vereinfachen. Der Unterschied liegt im Herstellungsverfahren. Während mineralisches Öl durch fraktionierte Destillation aus Rohöl gewonnen wird, werden beim synthetischen Öl das Rohöl vereinfacht gesagt in gasförmige und flüssige Kohlenwasserstoffe aufgespalten und anschließend in einer Synthese rekombiniert. Dadurch kann man viel gezielter die Eigenschaften des Öls beeinflussen und Additive hinzufügen. Dadurch ist synthetisches Öl dem mineralischen in allen Eigenschaften überlegen. Einziger Nachteil ist der höhere Preis durch die aufwendigere Herstellung.

Teilsynthetisches Öl ist dann eine Kombination aus Mineröl und (Voll)synthetischem Öl, um beide Vorteile (bessere Eigenschaften, günstiger Preis) der Grundöle zu kombinieren.

Der Flammpunkt

Technisch gesehen besagt der Flammpunkt, ab welcher Temperatur ein Öl brennbare Gase bildet (Achtung: Das ist nicht gleichzusetzen mit der Temperatur, ab wann ein Öl verbrennt). Daraus kann man direkt erstmal wenig auf die Eignung für einen Motor schließen, aber bei luftgekühlten Motoren zeigt sich ganz klar, dass Öle mit hohem Flammpunkt überlegen sind, insbesondere bei luftgekühlten Rennmotoren verursachen Öle mit niedrigen Flammpunkten regelmäßig Kolbenklemmer.

Bildet ein Öl somit brennbare Gase, fängt es an zu verfallen. Natürlich nicht sofort und vollständig, aber teilweise. Und deswegen ist es ein Unterschied, ob ein Öl einen Flammpunkt von rund 100°C hat, wie es viele moderne Öle besitzen, oder über 250°C wie das bereits erwähnte Motul800 und Addinol PolePosition High-Speed 2T.

Die Vormischkomponente

Die Vormischkomponente wird einem Öl beigefügt, damit es sich leichter mit Kraftstoff vermischt. Insbesondere für Einspritzanlagen ist das wichtig. Der Nachteil ist aber, dass durch den Volumenateil der Vormischkomponente der Ölanteil pro Volumen Schmierstoff sinkt. Es ist schwierig, an genaue Werte zu kommen, aber man spricht teilweise von bis zu 40% Anteil Vormischkomponente im Schmierstoff.

Demnach hat man nur 60% schmierfähiges Öl im Schmierstoff im Vergleich zu einem Öl ohne Vormischkomponente. Ein weiter Nachteil ist, dass die Gebrauchseigenschaften des Öls durch die Vormischkompente teils verschlechtert werden.

Reine Rennöle besitzen deswegen keine Vormischkomponente, um maximale Schmierfähigkeit zu garantieren. Einziger Nachteil ist, dass beim Anmischen des Kraftstoffes gut durchgemischt werden muss. Es hat sich bewährt, im Kanister etwas Kraftstoff einzufüllen, danach das komplette Öl hinzuzufügen und erstmal gut durchzumischen. Danach den restlichen Kraftstoff hinzufügen und nochmals gut durchmischen (schütteln).

15W40

15W40 ist ein Motorenöl für Viertaktmotoren. Es bewirkt auch eine gute Schmierung in Zweitaktmotoren, hat aber den Nachteil der äußerst unsauberen Verbrennung. Schon nach kurzen Betriebszeiten bilden sich starke Ölverkrustungen auf dem Kolben, im Zylinderkopf, im Auslassbereich und im Auspuff. Zusätzlich können die Kolbenringe in den Ringnuten festbacken. Aus diesen Gründen ist 15W40 vollkommen ungeeignet für Zweitaktgemisch. Hochwertiges 15W40 verbrennt hingegen deutlich sauberer, ist dann aber vom Preis her ähnlich teuer wie hochwertiges Zweitaktöl, weswegen man Zweitaktöl natürlich bevorzugen sollte, da es speziell für den Betrieb in Zweitaktmotoren entwickelt wurde.

Das Mischungsverhältnis

Grundsätzlich sind die Herstellerangaben zu beachten. Für Serienmotoren ist ein Mischungsverhältnis von 1:50 vorgeschrieben. Mit hochwertigem Öl wie erwähnt Motul800 und Addinol PolePosition High-Speed 2T können auch in Serienmotoren Mischungsverhältnisse bis 1:100 gefahren werden.

Für Rennmotoren hat sich ein Mischungsverhältnis von 1:25 bewährt.


Getriebeöl

Der Simsonmotor wird standardmäßig mit GL80W (z.B. von Addinol) befüllt. Selbst bei Rennmotoren ist damit eine sehr zuverlässige Funktion gewährt.

Zu beachten ist, dass man auf jeden Fall Getriebeöl ohne reibmindernde Zusätze (| Molybdänsulfid etc.) verwendet, dadurch würde die Funktion der Kupplung negativ beeinflusst werden.

Füllmenge

Bei allen Motoren M541 etc. wird 0,4l eingefüllt. Die Schmierung des Motors ist auch mit deutlich weniger Öl gesichert, allerdings trägt das Getriebeöl auch zu Wärmeableitung bei, weswegen nicht mit weniger Öl gefahren werden sollte. Bei Füllmengen über 0,4l fließt das Getriebeöl über die Abtriebswelle aus dem Motor, somit kann zu Vorsorge auch nicht mehr Öl aufgefüllt werden.


Telegabelöl

Für die Serientelegabel werden lediglich 40ml pro Holm als hydraulischer Endanschlag eingefüllt. Auch die Scheibenbremstelegabel mit "Simson"-Aufschrift an der Seite bekommt nur 40ml Befüllung pro Holm.

Anders verhält es sich bei den Marzocchi-Telegabeln, diese sind hydraulisch gedämpft und bekommen je nach Version zwischen 120ml und 200ml pro Holm.

Viskosität

Telegabelöl wird in den Klassen 5W, 10W, 15W und 20W angeboten. Für die Seriengabel eignet sich 5W sehr gut, für die Marzocchi-Gabel 10W oder 15W.